Claude Opus 5.5 mit Münzstapel und Abwärtspfeil für den niedrigeren Preis und einem Gehirn mit Zahnrädern für das dauerhafte Denken

Claude Opus 5.5 ist günstiger und denkt immer

Anthropic hat am 22. September Claude Opus 5.5 veröffentlicht und damit Opus 5 ersetzt. Zwei Dinge fallen sofort auf: das Modell kostet ein Fünftel weniger als sein Vorgänger und Denken lässt sich nicht mehr abschalten. Auf ChatX ist Opus 5.5 ab sofort verfügbar.

Was sich gegenüber Opus 5 ändert

Laut Anthropic kostet Opus 5.5 rund zwanzig Prozent weniger als sein Vorgänger, sowohl bei der Eingabe als auch bei der Ausgabe. Kontextfenster und Ausgabelimit bleiben gleich, eine Million Token Kontext und 128.000 Token Ausgabe. Noch deutlicher fällt der Cache aus: gelesene Treffer kosten nur noch fünf Prozent des Eingabepreises statt zehn. Bei langen Gesprächen, in denen ChatX den Verlauf wiederverwendet, macht das den größten Teil der Ersparnis.

Inhaltlich nennt Anthropic drei Verbesserungen, die ohne eigenes Zutun auffallen. Das Modell denkt bei gleicher Stufe mehr als Opus 5, es liest Werte aus dichten Diagrammen, Schaubildern und Screenshots deutlich genauer. Dazu ist es auf lange, mehrstufige Aufgaben ausgelegt. Der Wissensstand reicht bis Juni 2026.

Denken ist jetzt Pflicht

Die wichtigste Änderung steht nicht im Preis. Bei Opus 5 konnte man das Nachdenken abschalten, bei Opus 5.5 lehnt die Schnittstelle das mit einem Fehler ab: adaptives Denken ist immer an, gesteuert wird nur noch die Tiefe. Anthropic nennt als Standard die Stufe Mittel.

Auf ChatX bedeutet das: unter „Tiefe des Denkens” gibt es bei Opus 5.5 nur noch Niedrig, Mittel und Hoch. Das „Aus” ist verschwunden, weil es technisch nicht mehr existiert. Wir starten mit Niedrig, damit kurze Fragen nicht unnötig Token verbrauchen. Wer Opus 5 bisher bewusst ohne Denken genutzt hat, nimmt jetzt Niedrig, das kommt dem alten Verhalten am nächsten.

Eine Eigenheit dazu: die kurzen Zwischennotizen, die das Modell während der Werkzeugnutzung schreibt, liefert die Schnittstelle nicht mehr als normalen Text. Bei aktiver Websuche bleibt es zwischen den Suchschritten deshalb still, bis die Antwort beginnt. Das ist kein Fehler, sondern das neue Antwortformat.

Was eine Anfrage auf ChatX kostet

Die Tabelle rechnet eine typische Anfrage mit 600 Token Eingabe und 400 Token Antwort in ChatX-Token um und stellt die Spitzenmodelle nebeneinander.

Modell Token je Anfrage Verhältnis
Claude Sonnet 5 1.156 0,5×
Claude Opus 5.5 2.312 1×
GPT-5.6 Sol 2.312 1×
Claude Fable 5.1 5.778 2,5×
GPT-6 Astra 5.778 2,5×

Opus 5.5 liegt damit genau auf dem Niveau von GPT-5.6 Sol und kostet zweieinhalbmal weniger als Fable 5.1 oder GPT-6 Astra. Wichtig bleibt: mehr Denken heißt mehr Ausgabe-Token. Auf Hoch kann eine Antwort ein Mehrfaches der Tabellenwerte kosten, auf Niedrig bleibt sie in dieser Größenordnung.

Wann Opus 5.5 und wann ein anderes Modell

  • Opus 5.5 auf Niedrig: Programmieren, Code lesen, Analysen mit mehreren Schritten, Auswertung von Diagrammen und Screenshots. Der Standardfall.
  • Opus 5.5 auf Mittel oder Hoch: verzwickte Fehler, Aufgaben mit mehreren möglichen Lösungswegen, lange Umbauten. Erst hier lohnt sich der Aufpreis gegenüber Niedrig.
  • Sonnet 5: Alltagstexte, Zusammenfassungen, Übersetzungen. Halber Preis und in diesen Aufgaben kaum unterlegen.
  • Fable 5.1: nur für die Fälle, in denen Opus 5.5 zweimal nicht weiterkommt. Das ist der Zweck des zweieinhalbfachen Preises, nicht der Alltag.
  • Bilder und Dateien: Opus 5.5 versteht Bilder, du kannst Screenshots und Diagramme direkt in den Chat ziehen.

Opus 5 ist auf ChatX damit abgelöst und nicht mehr wählbar. Anthropic garantiert für Opus 5.5 eine Laufzeit bis mindestens 22. September 2027. Wer wissen will, was sich technisch hinter der Umstellung verbirgt, findet die Liste der Änderungen in den Release-Notizen und im Migrationsleitfaden.


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