Mit GPT Image 2.5 löst OpenAI sein Bildmodell GPT Image 2 ab und teilt es erstmals in zwei Varianten: Flare ist die schnelle Variante, Sunburst das stärkere Modell. Der wichtigste Fortschritt steckt nicht in schöneren Bildern, sondern in der Genauigkeit: Was im Prompt steht, kommt häufiger genau so heraus. Wir erklären, was die Tests zeigen. Dazu geben wir drei Prompt-Beispiele, die auf ChatX gut funktionieren.
Zwei Varianten, ein Ziel
Laut OpenAI ist Sunburst das leistungsfähigste eigene Modell für Bildgenerierung und Bildbearbeitung. Flare ist die kleinere, schnellere Variante und liegt qualitativ etwa auf dem Niveau von GPT Image 2, bei deutlich kürzerer Wartezeit. Beide erzeugen Bilder aus Text, bearbeiten bestehende Bilder, beherrschen transparente Hintergründe und geben bis zu 3840 Pixel Kantenlänge aus. Auch die Tokenpreise sind identisch. Der Unterschied liegt also nicht im Funktionsumfang: Flare ist vor allem schneller, Sunburst vor allem besser.
Gemeinsam ist beiden, dass Personen und Objekte beim Bearbeiten erhalten bleiben: Wer eine Figur in eine andere Szene setzt oder die Perspektive wechselt, bekommt dieselbe Figur zurück, nicht eine ähnliche. Das war bei GPT Image 2 die häufigste Beschwerde.
| Dein Ziel | Variante |
|---|---|
| Schnell viele Entwürfe oder Varianten erzeugen | Flare |
| Social-Media-Grafiken und einfache Produktbilder | Flare |
| Kurze Wartezeit wichtiger als letzte Präzision | Flare |
| Maximale Qualität beim fertigen Bild | Sunburst |
| Bestehende Bilder gezielt verändern | Sunburst |
| Gesichter, Produkte und Details erhalten | Sunburst |
| Komplexe Szenen, Layouts, Anzeigen, Markenmaterial | Sunburst |
| Anspruchsvolle Prompts mit wenigen Wiederholungen | Sunburst |
Was unabhängige Tests zeigen
Ein Test bei MindStudio bestätigt die wörtliche Umsetzung: Ein „bis zum Rand gefülltes Weinglas“ oder eine Uhr, die 4:37 Uhr zeigt, werden korrekt dargestellt, klassische Aufgaben, an denen Bildmodelle scheitern, weil sie das Übliche statt das Beschriebene malen. Bei der Konsistenz einer Figur über mehrere Ansichten lag GPT Image 2.5 vor Nano Banana 2 und Nano Banana Pro.
Die Schwächen sind ebenfalls klar benannt:
- Eingefügte Personen wirken gelegentlich wie aufgeklebt, Licht und Schatten passen dann nicht zur Umgebung.
- Viele Bedingungen gleichzeitig summieren Fehler. Ab etwa fünf Vorgaben in einem Prompt fällt meist eine weg.
- Reine Ästhetik: Wer nur ein schönes Stimmungsbild will, findet bei Nano Banana Pro teils gefälligere Ergebnisse. GPT Image 2.5 ist das Modell für Genauigkeit.
So holst du auf ChatX das meiste heraus
Im Bild-Popup auf ChatX stehen beide Varianten zur Auswahl: „GPT Image 2.5 (Schnell)“ ist Flare, „GPT Image 2.5 (Präzise)“ ist Sunburst. Beide erzeugen neue Bilder und bearbeiten hochgeladene. Die Wahl richtet sich also nach Tempo oder Qualität, nicht nach der Aufgabe. Weil der Tokenpreis gleich ist, kostet Sunburst bei gleicher Qualitätsstufe auch nicht mehr. Dazu lassen sich Seitenverhältnis, Größe, Qualität (Niedrig, Mittel, Hoch), Typ und Transparenz wählen. Die Qualitätsstufe bestimmt die Kosten: Ein Bild in „Hoch“ verbraucht ein Vielfaches der Bild-Token von „Niedrig“. Für Entwürfe und Social-Media-Grafiken reicht „Niedrig“ fast immer; „Hoch“ lohnt sich erst für Druck oder große Darstellungen.
Drei Prompts, die den Unterschied zu älteren Modellen sichtbar machen:
- Konkrete Uhrzeit oder Zahl: „Ein Bahnhofsschild mit der Aufschrift ‚Gleis 7‘, darunter eine analoge Uhr, die 9:20 zeigt, bewölkter Morgen, keine Firmenlogos.“ Ältere Modelle liefern 10:10 und Fantasietext; GPT Image 2.5 hält sich an die Vorgabe.
Unser Ergebnis mit Sunburst, Qualität „Hoch“: Schild und Uhrzeit stimmen. Ohne den Zusatz „keine Firmenlogos“ setzte das Modell beim ersten Versuch ein Bahnlogo auf die Uhr. - Produktbild mit Vorgaben: „Eine blaue Emaille-Tasse auf hellem Holztisch, von links beleuchtet, Hintergrund unscharf, kein Text, quadratisch.“ Wenige, eindeutige Bedingungen, so bleibt das Ergebnis stabil.
Dasselbe Verfahren mit dem Tassen-Prompt: Farbe, Material, Lichtrichtung und Unschärfe wurden alle umgesetzt. - Bearbeitung mit Sunburst: Bild hochladen und nur die Änderung nennen: „Ersetze den Himmel durch Abendrot, alles andere unverändert lassen.“ Der Zusatz „unverändert lassen“ verhindert, dass das Modell nebenbei Gesichter oder Farben anfasst.
Eine Regel gilt für beide Varianten: kurz, konkret, in Reihenfolge der Wichtigkeit. Was zuerst im Prompt steht, wird am zuverlässigsten umgesetzt. Und wer ein Bild mehrfach anpassen will, sollte das gute Ergebnis mit Sunburst schrittweise korrigieren, statt jedes Mal neu zu generieren. Das spart Versuche und Tokens.
