Mehrere Anbieter entwickeln zentrale Bausteine ihrer KI-Systeme weiter. Anthropic beschreibt mit Claude Mythos Preview ein Modell, das deutlich besser als bisherige Systeme Sicherheitslücken findet und in Tests nachvollziehbar ausnutzen kann. Deshalb soll es zunächst nur in einem kleinen Kreis eingesetzt werden. Meta stellt mit Muse Spark sein erstes Modell aus den neuen Superintelligence Labs vor und setzt dabei auf eine geschlossene Bereitstellung. Gleichzeitig zeigt GLM-5.1, dass offen verfügbare Modelle bei Programmieraufgaben immer näher an führende Systeme herankommen.
Claude Mythos Preview und Project Glasswing
Anthropic beschreibt Claude Mythos Preview als ein besonders leistungsfähiges Modell im Bereich Cybersecurity. Die Fähigkeiten entstehen vor allem durch starke Programmier- und Automatisierungsfunktionen. Im Rahmen von Project Glasswing soll das Modell gezielt defensiv eingesetzt werden, um Software schneller auf Schwachstellen zu prüfen und Fixes vorzubereiten. Das Programm wurde am 7. April 2026 vorgestellt und umfasst Partner aus Cloud, Hardware, Security und Open-Source.
Was das Modell in der Praxis zeigt
- Viele neue Schwachstellen: Laut Anthropic findet das Modell zahlreiche bislang unbekannte Sicherheitslücken in Betriebssystemen und Browsern.
- Konkrete Beispiele: Dazu gehören unter anderem sehr alte Schwachstellen in OpenBSD und FFmpeg sowie kombinierte Angriffe auf den Linux-Kernel.
- Hohe Eigenständigkeit: Viele dieser Ergebnisse entstehen ohne direkte menschliche Steuerung.
Benchmarks im Vergleich mit Claude Opus 4.6
Anthropic veröffentlicht mehrere Kennzahlen, die zeigen, wie stark das Modell in Sicherheits- und Programmieraufgaben ist. Die Werte dienen als Orientierung innerhalb der jeweiligen Tests.
| Benchmark | Mythos Preview | Opus 4.6 |
|---|---|---|
| CyberGym (Vulnerability Reproduction) | 83,1% | 66,6% |
| SWE-bench Pro | 77,8% | 53,4% |
| Terminal-Bench 2.0 | 82,0% | 65,4% |
| SWE-bench Multimodal (interne Implementierung) | 59,0% | 27,1% |
Verteilung, Partner und Preise
Project Glasswing ist als gemeinsame Initiative mit Unternehmen wie AWS, Apple, Cisco, CrowdStrike, Google, der Linux Foundation, Microsoft, NVIDIA und Palo Alto Networks angelegt. Anthropic stellt zunächst 100 Millionen US-Dollar an Nutzungsguthaben bereit. Danach werden Preise von 25 US-Dollar pro 1M Input-Tokens und 125 US-Dollar pro 1M Output-Tokens genannt. Einen Überblick über Partner, Benchmarks und Ziele bietet Project Glasswing.
Meta Muse Spark als geschlossenes Modell
Meta stellt mit Muse Spark sein erstes Modell aus den neuen Superintelligence Labs vor. Anders als bei früheren Llama-Modellen setzt das Unternehmen diesmal auf ein geschlossenes System statt auf frei verfügbare Gewichte.
- Zugang: Nutzung erfolgt über Apps und Weboberflächen, nicht über Downloads.
- Modi: Es gibt eine schnelle Variante für einfache Aufgaben und stärkere Modi für komplexe Anfragen.
- Effizienz: Externe Tests zeigen vergleichsweise niedrige Output-Mengen bei guter Leistung. Details finden sich bei Muse Spark bei Artificial Analysis.
GLM-5.1 als offene Alternative für Coding
GLM-5.1 ist ein offen verfügbares Modell mit Fokus auf Programmierung und automatisierte Aufgaben. Durch die offene Lizenz kann es lokal genutzt, angepasst und in eigene Systeme integriert werden.
Leistung im Vergleich
Benchmark-Vergleiche zeigen, dass das Modell bei Programmieraufgaben mit führenden Systemen mithalten kann.
| SWE-bench Pro | Score |
|---|---|
| GLM-5.1 | 58,4 |
| GPT-5.4 | 57,7 |
| Claude Opus 4.6 | 57,3 |
| Gemini 3.1 Pro | 54,2 |
Für viele Nutzer sind neben der Leistung vor allem Lizenz und Verfügbarkeit entscheidend. Einstiegspunkt für Gewichte, Dokumentation und Evaluations-Links ist GLM-5.1 auf Hugging Face.
Gemini bekommt neue Funktionen für Visualisierung und Projekte
Google erweitert Gemini um interaktive Visualisierungen, die direkt in der Chat-Oberfläche laufen. Nutzer können diese über entsprechende Prompts anstoßen und so komplexe Inhalte visuell darstellen. Beispiele und Details zeigt Google im Beitrag zu interaktiven Simulationen und Modellen in Gemini.
Zusätzlich führt Google „Notebooks“ ein. Diese bündeln Chats, Dateien und Anweisungen in einem Arbeitsbereich und eignen sich besonders für längere Projekte. Die Funktionsweise beschreibt Google im Beitrag zu Notebooks in Gemini.
Neue Tools für Video und Avatare
Runway integriert mit Seedance 2.0 ein Modell für Text-zu-Video und weitere Eingaben wie Referenzbilder. Die generierten Clips sind meist zwischen fünf und fünfzehn Sekunden lang und unterliegen je nach Nutzung bestimmten Einschränkungen. Details finden sich in Creating with Seedance 2.0.
HeyGen stellt mit Avatar V eine neue Generation von Video-Avataren vor. Aus kurzen Aufnahmen lassen sich stabile, längere Sprechvideos erzeugen. Mehr dazu im Beitrag Introducing Avatar V.
Änderungen bei Agenten, Preisen und Integrationen
- OpenAI ergänzt die ChatGPT-Preisstruktur um eine neue Stufe mit höheren Nutzungslimits. Details bietet ChatGPT Pro.
- Anthropic erweitert sein Angebot um Claude Managed Agents für automatisierte Abläufe. Überblick: Managed Agents in den Claude Docs.
- Die Nutzung von Drittanbieter-Agenten wird stärker von Abo-Modellen getrennt.
- Plaid baut die Integration mit Perplexity für Finanzanalysen aus. Mehr dazu im Blogpost Plaid und Perplexity.
- Factory AI bringt eine Desktop-App für parallele Agenten-Workflows. Details: Factory Desktop App.
