Anthropic hat innerhalb weniger Wochen zwei Modelle erneuert: Claude Opus 5 ersetzt Opus 4.8 zum gleichen Preis, Claude Fable 5.1 bleibt das Spitzenmodell und wird im Betrieb sparsamer. Auf ChatX kostet Fable inzwischen rund das Zweieinhalbfache von Opus. Dieser Artikel ordnet die Zahlen ein, fasst zusammen, was Nutzer nach den ersten Wochen berichten. Am Ende steht, wann sich welches Modell lohnt.
Opus 5 mit mehr Leistung zum gleichen Preis
Claude Opus 5 kostet dasselbe wie Opus 4.8 und liegt in den Tests von Anthropic deutlich darüber. Bei Frontier-Bench, einem Test für anspruchsvolle Programmieraufgaben, verdoppelt Opus 5 das Ergebnis des Vorgängers bei niedrigeren Kosten je gelöster Aufgabe. Bei ARC-AGI 3, einem Test für abstraktes Problemlösen, erreicht es das Dreifache des nächstbesten Modells. Auch in Tests mit vielen Zwischenschritten schlägt es das frühere Fable 5 mit etwa einem Drittel des Aufwands.
Für die tägliche Arbeit bedeutet das:
- Fehlersuche in großem Code: Opus 5 prüft und wiederholt eigene Schritte, statt nach dem ersten Fehlschlag zu raten. Aufgaben, bei denen Opus 4.8 abbrach, laufen durch.
- Lange Analysen: Über viele Runden hinweg bleibt das Modell beim Ziel und verliert die ursprüngliche Frage nicht aus dem Blick.
- Preis-Leistung: Für die meisten anspruchsvollen Aufgaben ist Opus 5 auf ChatX das Modell mit dem besten Verhältnis aus Ergebnis und Tokens, vor Sol und vor Fable.
Fable 5.1 ist teurer, aber selten nötig
Claude Fable 5.1 ist drei Monate nach Fable 5 erschienen. Der Grundpreis bleibt gleich, Zugriffe auf bereits gelesene Eingaben sind aber 75 Prozent günstiger geworden. Bei langen Gesprächen, in denen derselbe Kontext immer wieder mitgelesen wird, senkt das die Kosten spürbar.
Die Leistung steigt ebenfalls: Bei Terminal-Bench-Science, einem Test für wissenschaftliche Aufgaben mit vielen Schritten, verdoppelt sich das Ergebnis von 24,7 auf 52,6 Prozent, beim Programmier-Test Terminal-Bench 4.0 geht es von 42,0 auf 55,8 Prozent. Anthropic nennt als Beispiel einen seltenen Absturz, dessen Ursache weder Entwickler noch andere Modelle in Jahren gefunden hatten. Fable 5.1 fand sie. Die Variante Mythos 5.1 mit gelockerten Schutzmechanismen ist nur für geprüfte US-Organisationen zugänglich.
Auf ChatX ist Fable 5.1 für registrierte Nutzer verfügbar und neu auch im Abo enthalten. Anders als Opus 5 arbeitet es ohne Websuche.
Nutzerstimmen nach den ersten Wochen
Die Rückmeldungen zu Opus 5 sind gemischt, obwohl Tester es fast einhellig zu den besten verfügbaren Modellen zählen. Gelobt wird die Stärke bei klar umrissenen Aufgaben. Kritisiert werden der Tonfall (ausführlich, vorsichtig, manchmal übertrieben rückfragend) und die längere Wartezeit auf die erste Antwort bei hoher Denktiefe. Einige Entwickler empfinden Opus 5 im Gespräch als weniger angenehm als Opus 4.8, auch wenn die Ergebnisse besser sind.
Das deckt sich mit dem, was wir auf ChatX sehen: Bei kurzen Fragen mit hoher Denktiefe dauert die erste Antwort mehrere Sekunden, ohne dass sie besser wird. Bei abgegrenzten Arbeitsaufgaben ist der Unterschied zu Opus 4.8 dagegen sofort sichtbar.
Tiefe des Denkens richtig einstellen
Auf ChatX heißt die Einstellung „Tiefe des Denkens“ mit den Stufen Aus, Niedrig, Mittel und Hoch. Nachtrag vom 24.09.2026: Opus 5 ist inzwischen durch Claude Opus 5.5 ersetzt. Dort lässt sich das Denken gar nicht mehr abschalten, es bleiben Niedrig, Mittel und Hoch, mit Niedrig als Start. Fable 5.1 kennt ebenfalls kein „Aus“.
- Gespräch, Texte, Fragen: die niedrigste verfügbare Stufe nehmen. Schneller und günstiger. Der Tonfall wird knapper.
- Code und Analysen: Opus 5 auf „Niedrig“ oder „Mittel“. „Hoch“ nur, wenn die Aufgabe mehrere Lösungswege hat.
- Wenn Opus nicht weiterkommt: dieselbe Aufgabe mit Fable 5.1 auf „Mittel“ wiederholen. Das ist der Fall, für den sich der deutlich höhere Preis lohnt. Als Standardmodell ist Fable überdimensioniert.
- Alltagstexte: Haiku 4.5 und Sonnet 5 bleiben die schnellere und günstigere Wahl.
Benchmarks geben die Richtung vor. Ob der Unterschied im eigenen Fall zählt, zeigt ein Test mit einer echten Aufgabe schneller als jede Tabelle.
